Eichhörnchenhilfe Eilbek

Eichhörnchenhilfe Eilbek

April 2020

Wir haben hier etwas fürs Herz für euch. Ich denke, wir brauchen das jetzt. Und stellen euch zwei tolle, engagierte Eilbeker und ihre Eichhörnchenhilfe vor.

Da Eilbek ein grüner Stadtteil ist, gehören hier Eichhörnchen zum Stadtbild. Wir sehen sie überall, sie hüpfen in den Bäumen, laufen auf dem Rasen oder klettern an den Hausfassaden hoch, um auch die Nachbarn in den höheren Etagen zu besuchen. Und seien wir mal ehrlich, sie sind einfach niedlich.

Es ist übrigens ein Irrtum, dass es sich bei grauen Eichhörnchen um das eingeschleppte amerikanische Grauhörnchen handelt. Unsere Eichhörnchen haben unterschiedliche Fellfarben, von orangerot über rotbraun bis zu braun oder fast schwarz. Unsere einheimischen Eichhörnchen erkennt man gut an den Ohrenpuscheln, die Grauhörnchen haben nämlich keine. Außerdem sind die Grauhörnchen viel größer. Und bisher gibt es keinen Nachweis der Grauhörnchen in Deutschland.

Und mitten in Eilbek kümmern sich Felix und Christoph um kleine, verwaiste Eichhörnchenkinder. Die beiden wohnen seit 2014 in Eilbek und betreiben die Eichhörnchenhilfe Eilbek. Dieses Frühjahr ist ihre erste Saison.

Ich habe ihre Facebookseite entdeckt und es war ein Zuckerschock. Ich muss zugeben, dass ich auch etwas neidisch bin und mein erster Gedanke war “Awwww!” und der zweite war “ich will auch”. Wahrscheinlich geht es euch auch so. Aber so einfach ist es nicht, man muss  viel über die Tiere wissen und lernen. Wir haben bei Christoph und Felix nachgefragt.

Wie alles angefangen hat

Angefangen hat alles vor etwas über fünf Jahren, da hatten die beiden ihre ersten Eichhörnchen-Begegnungen auf dem Balkon, boten ihnen Wasser und Futter an, beobachteten sie und ihr Verhalten. Und so entstand dann eine große Liebe zu den süßen Tierchen.

Über Umwege und kleinere Zufälle sind die beiden Eilbeker dann vor knapp drei Jahren auf die Eichhörnchen Schutzstation in Eckernförde aufmerksam geworden. Hier kümmern sich Moni Rademacher und ihr Team herzallerliebst u.a. um verwaiste Jungtiere und bereiten diese auf die Auswilderung vor.

Es folgten zahlreiche Besuche vor Ort und so ist die Idee und Herzenswunsch gereift, der Natur auch etwas zurückzugeben und Eichhörchenkindern eine zweite Chance zu geben.

Nach einer längeren Lernphase, auch in Eckernförde, päppeln Felix und Christoph dieses Jahr zum ersten Mal die kleinen Eilbeker Eichhörnchen bei sich zuhause auf. Und auf ihrer Facebookseite lassen sie uns dran teilhaben.

Wie sieht denn die Arbeit aus?

Wie bei den meisten PäpplerInnen werden die Eichhörnchen in der Wohnung versorgt. Je nach Lebensalter leben die Kleinen in kleinen Transportboxen (vergleichbar mit kleinen Katzenboxen), in einer Übergangsvoliere (Hamsterkäfig) oder in einer größeren Voliere, wo sie das Klettern üben können.

Ab der achten/neunten Lebenswoche steht – je nach Verfassung des Tieres – schon die Auswilderung bevor. Dies geschieht nicht bei uns in Eilbek, sondern auf speziellen Grundstücken in und um Hamburg, wo Auswilderungsvolieren u.ä. bereitstehen. Dank eines großen Netzwerkes von Eichhörnchen-PäpplerInnen in der Metropolregion stehen einige Möglichkeiten zur Verfügung.

Das Retten und Aufziehen von verletzten oder verwaisten Eichhörnchen ist dabei sehr zeit- und kostenintensiv. Die Kleinen müssen z.B. alle vier Stunden gefüttert werden (solange sie noch eine Spritze brauchen) – natürlich auch nachts. Zudem muss man die Mutter ersetzen und von Hand die Blase stimulieren, da junge Eichhörnchen noch nicht alleine urinieren können (in der Natur stimuliert die Mutter mit ihrer Zunge das Geschlechtsteil).

Die kleinen Eichhörnchen bekommen Aufzuchtsmilch aus einer kleinen Spritze, später futtern sie unterschiedliche Nüsse.

Wie erkennt man, dass ein Eichhörnchen in Not ist?

Der erste Schritt ist überhaupt die Wahrnehmung, dass es einem Tier / Jungtier vielleicht nicht gut geht.

Junge Eichhörnchen unternehmen immer auch mal kleinere Ausflüge und tollen auch schonmal auf dem Rasen herum. Ein Eichhörnchen, dass „freudig herumspringt“ ist ein Grund zur Freude und keiner zur Sorge.

In der Regel bekommen Eichhörnchen zwischen Januar/Februar bis zum Spätsommer zwei Würfe. Es kommt immer wieder vor, dass Jungtiere aus dem Kobel (das Eichhörnchennest) fallen, von Krähen oder, leider häufig, von Katzen attackiert werden oder dass die Mutter verstirbt. Alleine in den letzten 12 Monaten wurden vier tote Eichhörnchen auf dem Eilbeker Weg und dem Eilbektal gefunden.

Dann findet man vielleicht ein völlig geschwächtes Eichhörnchen oder – was auch immer mal vorkommt – ein Jungtier läuft einer Person hinterher und hält sich am Hosenbein fest. In so einem Fall war das Kleine schon sehr lange ohne seine Mutter und hat seinen ganzen Mut und die allerletzte Kraft zusammengenommen, um eine Wärmequelle zu suchen.

 

Also, wenn euch ein Eichhörnchen hinterherläuft, ist das zwar vielleicht auf den ersten Blick total süß, aber das Eichhörnchen ist in höchster Not!

 

Übrigens: Eichhörnchen haben keine Tollwut! Und auch sonst keine Krankheiten, die auf Menschen übertragen werden können.

Wenn ihr Anlass zur Sorge habt, könnt ihr gerne die Eichhörnchenhilfe Eilbek kontaktieren. Da die beiden auch voll berufstätig sind, bieten sich im Zweifel aber immer auch andere Kontaktwege, wie z.B. der Eichhörnchen Notruf o.ä. an.

Wenn ihr selber schon aktiv werden möchtet oder müsst, sind insbesondere drei Regeln zu beachten:

  • Dem Tier Wärme geben, z.B. über eine Wärmflasche – aber niemals über 39 Grad.
  • Nichts geben, kein Wasser, keine Nahrung (insb. keine Milch) und
  • keine Sorge haben: Jungtiere werden auch von der Mutter noch zurückgenommen, wenn Menschen Kontakt zum Tier hatten.

 

An der Stelle ein genereller Hinweis:

Eichhörnchen sind Wildtiere und das Ziel ist die zeitnahe Auswilderung. Das dauerhafte Halten und Züchten von Eichhörnchen ist gesetzlich verboten. Und auch private Versuche der Aufzucht enden zumeist tödlich für Eichhörnchen. Daher bitte immer erfahrene Personen kontaktieren.

Können die Eilbeker die Eichhörnchenhilfe unterstützen?

Die Rettung und Aufzucht der kleinen Eichhörnchen ist nicht nur zeitintensiv, sondern auch teuer. Tierarztbesuche, Aufzuchtsmilch, Futter, Ausstattung und und und.

Felix und Christoph freuen sich über Sachspenden. Immer gebraucht werden z.B. Fleece-Produkte (zum Wärmen) oder kleine Handtücher als Unterlage etc.
Wattepads (ohne Parfüm). Auch Nüsse sind willkommen: Walnüsse, Haselnüsse, Baumhaseln, Pecanüsse, Sonnenblumenkerne etc. – lediglich Mandeln sind so gar nichts für Eichhörnchen.

Natürlich kann man auch Geld spenden. Allerdings ist die Eichhörnchenhilfe Eilbek kein Verein und daher nicht spendenberechtigt, sodass  keine Spendenquittungen ausgestellt werden können. Gerne belegen die beiden aber, was sie mit dem Geld so einkaufen und wofür es verwendet wird.

Möchtet ihr den Eilbekern noch etwas sagen?

“Einfach mal in den Bäumen Ausschau halten: Überall in den Bäumen in Eilbek wohnen Eichhörnchen und sich an ihrem Anblick erfreuen. Und wer Hörnchen – und auch der ganzen Stadtnatur – etwas Kleines aber Gutes und Wichtiges tun möchte, stellt im Garten / Hof / Balkon eine kleine Schale mit regelmäßig frischem Wasser auf. Alle Eilbeker Tiere danken es: Eichhörchen, Eichelhäher, Meisen, Rotkehlchen, Specht, Igel und wer noch so in unserem grünen Stadtteil zwischen, neben, über und unter uns wohnt”.

Felix – Master-Student + Nebenjob

Christoph – freischaffender Musiker und Musiklehrer

Eichhörnchenhilfe Eilbek

Eilbeker Weg 65b

22089 Hamburg

Kontakt: kontakt@eichhoernchenhilfe-eilbek.de

Webseite: https://www.eichhoernchenhilfe-eilbek.de

Facebook: https://www.facebook.com/EichhoernchenHilfeEilbek/

Konto, wenn ihr etwas spenden möchtet: DE70 2005 0550 1500 7083 73

Eichhörnchen-Notruf: https://www.eichhoernchen-notruf.com

Wir finden es großartig, dass es hier in Eilbek so was Tolles wie die Eichhörnchenhilfe gibt und freuen uns auf die tollen Bilder und Videos und die schönen Geschichten über die kleinen Eichhörnchenkinder.