T.H.-Eilbeck: Auf der Jagd nach dem Weltrekord
Kommt ein Weltrekord nach Eilbek?
4.320 statt 60 Minuten: Der T.H.-Eilbeck will 2026 das längste Handballspiel der Welt austragen, vom 22. bis 25. Mai soll der Ball 72 Stunden nonstop fliegen. Wie kommt man auf so eine verrückte Idee?
Es soll die Totale Handball Eskalation im Mai 2026 werden: Der T.H.-Eilbeck will den Weltrekord für das längste Handball-Spiel der Welt in die Hansestadt holen. Vom 22. bis 25. Mai soll dafür 72 Stunden ununterbrochen gespielt – und damit die bisherige Bestmarke von 70 Stunden übertroffen – werden.
Zertifiziert wird der Rekordversuch vom Rekordinstitut für Deutschland (RID), welches das 72-Stunden-Spiel begleiten und am 25. Mai mit einem Rekordrichter für die Zertifizierung vor Ort sein wird. „Es geht um ein möglichst langes, den Regeln des Sports entsprechendes Spiel“, heißt es in den Rahmenbedingungen für den Rekordversuch. „Der Rekord wird anhand der Zeit in Stunden und Minuten bewertet, die das Handball-Spiel zwischen zwei Mannschaften mit wechselnden Personen ohne Unterbrechung dauert.“
Die Idee entsteht …
Die Idee für den Weltrekordversuchs entstand im Mai 2025, als die Eilbecker bereits 24 Stunden lang durchgehend Handball spielten. Unter dem Motto „Weil wir es können“ ließen 160 Kinder, Jugendliche und Erwachsene den Ball einen kompletten Tag nonstop durch die Halle fliegen. Am Ende setzte sich „Team Blau“ mit 1.011:944 gegen „Team Weiß“ durch. Im Rahmen der Spendenaktion „Jedes Tor zählt“ kamen 2710,50 Euro zusammen, die jeweils zur Hälfte an die Handball-Jugendabteilung sowie den Verein Dunkelziffer e.V. aus Hamburg gingen.
„Das war ein tolles Event für alle Beteiligten“, schwärmt Phil Gelhard rückblickend. Der Torwart war erst kurz vor dem 24-Stunden-Handball nach Hamburg gezogen und stand spontan mehrere Stunden zwischen den Pfosten. „Es hat mega viel Spaß gemacht und hat mir extrem geholfen, im Verein anzukommen“, sagt der 26-Jährige. „Es war gerade in der Nacht eine tolle Stimmung, weil alle, die da gewesen sind, schon ein bisschen handballverrückt waren und man super schnell ins Gespräch gekommen ist.“
In den 24 Stunden war eine Frage in der Halle allgegenwärtig, die sich nicht nur Gelhard stellte: Wie lange müssten wir eigentlich spielen, um einen Weltrekord aufzustellen? Die einzig verfügbare Zahl liefert Guiness World Records: „The longest game of handball is 70 hours, set by the HV Mighty/Stevo team from Geesteren at Tubbergen, Netherlands on 30 August-2 September 2001.“ Das ist auch die Zahl, an der sich das Rekordinstitut für Deutschland (RID) orientiert.

Die Organisatorinnen des 24-Stunden-Handballs um Jugendwartin Julia Nikoleit wurden in den folgenden Wochen immer wieder gefragt, ob man nicht versuchen könne, diese Marke zu knacken. „Sowohl unsere Jugendspieler:innen als auch die Spieler aus meiner Hobbygruppe haben einfach nicht locker gelassen“, erinnert sich die 34-Jährige mit einem Schmunzeln. „Ich habe erst gezögert, aber der Reiz war einfach zu groß. Also haben wir uns entschieden, dass wir diese Herausforderung annehmen und den Weltrekord für das längste Handballspiel nach einem Vierteljahrhundert ins Mutterland des Handballs holen wollen.“
Organisation
Organisiert wird der Weltrekordversuch von Jugendwartin Nikoleit, den Jugendtrainerinnen Alina Bokowski und Anna Kakalick sowie Torhüter und Jugend-Torwarttrainer Gelhard. „Wir wissen, was für ein großer Aufwand bereits hinter dem 24-Stunden-Handball steckte und wissen, dass sich das jetzt noch einmal verdreifacht“, sagt Bokowski, ergänzt jedoch sofort: „Wir sind absolut überzeugt von der Idee und wollen mit dem Rekordversuch ein einmaliges Erlebnis für die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen des Vereins auf die Beine stellen.“
Das Quartett setzt auf die Begeisterung der Abteilungsmitglieder; Handball gehört zu den traditionsreichsten Sportarten des Vereins. Nach der gelungenen Premiere in diesem Jahr soll auch beim 72-Stunden-Handball wieder Geld für einen guten Zweck gesammelt werden. „Wir waren überwältigt von der Summe, die zusammengekommen ist und das Feedback war auch enorm positiv“, berichtet Kakalick von der Aktion, bei der die Eltern und Familienmitglieder für jedes Tor ihrer Kinder einen festen Betrag spendeten. „Daher war es keine Frage, dass wir eine solche Spendenaktion auch beim 72-Stunden-Handball integrieren werden.“
Es geht nicht nur um den Weltrekord, gespielt für auch für den guten Zweck
Bei der Anmeldung, die am 11. Februar 2026 und damit genau 100 Tage vor dem Anwurf startete, können die Spieler:innen auswählen, an welche Organisation das Spendengeld ihrer Tore gehen soll. Neben dem Verein Dunkelziffer e.V., der sich für Kinder und Jugendliche einsetzt, die sexualisierte Gewalt erfahren haben, stehen das Kinder- und Jugendhospiz Sternenbrücke sowie die Hamburger Tafel e.V. zur Auswahl.
Der Vereinsvorsitzende Christoph Ende und Geschäftsführer Nils Schäding unterstützen den Rekordversuch der Handball-Abteilung, die mit über 500 Mitgliedern zu den größten Sparten im Verein gehört. „Das ist selbst in unserer langen und erfolgreichen Vereinsgeschichte ein außergewöhnliches Projekt“, so Ende. „Wir sind Feuer und Flamme für den Weltrekordversuch und freuen uns auf drei tolle Tage im kommenden Jahr.“
Auch Schäding ist begeistert. „Wir sind als Quartiersverein stolz auf unser lebendiges Vereinsleben; mit dem Familienfest und den anderen Aktionen der Jugendkommission, unserem Weihnachtsmärchen und dem Hallen-Flohmarkt haben wir bereits tolle Events im Kalender, auf die wir ebenso stolz sind wie die Medaillen und Erfolge unserer Sportlerinnen und Sportler, ob im Judo, Boxen oder Fechten“, so der Geschäftsführer. „Unsere Handball-Abteilung sorgt im kommenden Jahr – kurz vor dem Referendum über eine Hamburger Olympia-Bewerbung – nun für ein ganz besonderes sportliches Highlight, dass unserem Verein gut zu Gesicht stehen wird.“
Wann geht es los?
Der Weltrekordversuch startet am Freitag, 22. Mai 2026 um 16:00 Uhr und endet am 25. Mai (Pfingstmontag) um 16:00 Uhr nach genau 72 Stunden. Neben den vereinseigenen Spieler:innen sind auch Gäste aus anderen Vereinen willkommen – darunter unter anderem die inklusive Handballer:innen von Freiwurf Hamburg, der ersten inklusiven Handball-Liga in Deutschland.
„Freiwurf Hamburg mit seinen inklusiven Handballer:innen und Rollstuhlhandballer:innen möchte natürlicher Bestandteil von Handball in Hamburg und Deutschland sein. Daher haben wir uns wahnsinnig gefreut, dass uns die Handballer:innen aus Eilbeck zur Teilnahme am Weltrekord eingeladen haben“, sagt Martin Wild, 1. Vorsitzender von Freiwurf Hamburg und Trainer der inklusiven Handballer*innen beim SV Eidelstedt. „Die Aktion ist ein gutes Beispiel dafür, wie handballverrückt Deutschland ist und wie vielfältig unser schöner Sport ist.”
Insgesamt werden rund 500 aktive Spieler:innen, mehr als 50 Schiedsrichter:innen, über 150 Volunteers und zahlreiche handball- und sportbegeisterte Zuschauer:innen beim Weltrekordversuch in der Sporthalle Wandsbek (Rüterstraße 75, 22041 Hamburg) dabei sein. Die Organisation erfolgt komplett ehrenamtlich; für die Finanzierung sammelt eine Arbeitsgruppe Spenden und wirbt um Sponsoren.
„Für die Umsetzung des Rekordversuchs benötigen wir Unterstützung, um die Kosten für die offizielle Beantragung, den Besuch eines Rekordrichters sowie für Schiedsrichter:innen, technisches Equipment und Catering sowie Ausstattung zu stemmen“, erklärt Gelhard. „Die Handball-Abteilung kann die Kosten alleine nicht tragen und wir wollen die Teilnehmergebühr möglichst gering halten, um es allen zu ermöglichen, mitzuspielen!“
Die ersten Partner haben bereits ihren Support zugesagt. So werden sowohl die Interessengemeinschaft (IG) Handball als auch die Deutsche Handball-Trainer Vereinigung (DHTV) das Event unterstützen. Die Spielbälle wird die neue Handball-Marke CHAIZ als Ballpartner zur Verfügung stellen; KÜS – Partner der Schiedsrichter:innen des Deutschen Handballbundes – wird beim Weltrekordversuch ebenfalls der Partner der Unparteiischen sein.
Sei vor Ort dabei oder per Livestream
Auch einen Partner für die Livestream-Übertragung des Weltrekordversuch haben die Organisatoren bereits gefunden: Sport Direkt – Amateursport TV wird 72 Stunden Handball nonstop aus der Sporthalle Wandsbek streamen. „Ein Weltrekordversuch, der Schlaf raubt, Grenzen verschiebt und Handball feiert? Da mussten wir nicht lange überlegen“, sagt Moderator Martin Vollmer. „Solche Projekte stehen für Leidenschaft, Ausdauer und echten Teamgeist – genau das, was den „Sport aus unserer Region“ ausmacht. Wir sind stolz, diesen außergewöhnlichen Moment live zu übertragen und Fans überall hautnah daran teilhaben zu lassen.“
Auch abseits der Handballszene wird der Weltrekordversuch in der Hamburger Sportwelt wahrgenommen: Der Hamburger Sportbund (HSB) unterstützt das Event. Unter dem Motto „72 Stunden für Olympia und Paralympics“ wird der Weltrekordversuch zudem der Hamburger Olympia-Projektgruppe in der heißen Schlussphase vor dem Bürgerentscheid eine Plattform bieten.
Das Referendum, bei dem die Hamburger:innen über die Olympia-Bewerbung ihrer Stadt abstimmen, findet am am 31. Mai 2026 – und damit genau sechs Tage nach dem Weltrekordversuch – statt. „Als absolute Sportfans stehen wir persönlich hinter der Bewerbung, kennen aber natürlich auch die kritischen Stimmen“, erklärt Phil Gelhard aus dem Orga-Team. „Mit unserem Weltrekordversuch wollen wir so kurz vor der Abstimmung einen Rahmen schaffen, in dem die Hamburger:innen konstruktiv über die Vision Olympia diskutieren können.“
Steffen Rülke, der Hamburgs Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele leitet, freut sich über den Weltrekord-Versuch des T.H.-Eilbeck: „Mit über 29 Millionen Mitgliedschaften sind die Sportvereine die größte Bürgerbewegung Deutschlands. Sie bringen Menschen aller Schichten, Altersklassen und Herkunft für Gesundheit, Sport und Gemeinschaft zusammen und leisten damit einen unermesslichen Beitrag für die Gesellschaft.”
Ohne die vielen engagierten Ehrenamtlichen sowie Sportlerinnen und Sportler, so Rülke weiter, “wäre das nicht möglich. Der T.H. Eilbeck zeigt dies mit seiner Arbeit und seiner Aktion eindrucksvoll und vermittelt die Werte, für die auch die Olympischen und Paralympischen Spiele stehen: Respekt, Vielfalt, Zusammenhalt und Teamgeist. Mit diesem Geist wollen wir gemeinsam die Olympischen und Paralympischen Spiele nach Hamburg holen.“
Die Vorfreude ist in Eilbek bereits jetzt riesig. „Wir wollen einfach 72 Stunden lang ein Handballfest feiern“, blickt Nikoleit auf den Mai 2026 voraus. „Es soll ein einmaliges Event mit 4.320 Minuten Handball werden, auf das wir in drei, fünf oder sieben Jahren noch zurückblicken und uns gegenseitig erinnern: „Weißt du noch, damals, als wir den Weltrekord aufgestellt haben?!“
Quelle: Pressemitteilung vom T.H.-Eilbeck
Weitere Infos im Netz findet ihr unter der eigens für dieses Event erstellen Webseite. www.weltrekord-theilbeck.de
Wir werden von dem Event berichten und euch auf den Laufenden halten! Und drücken natürlich die Daumen, dass alles gut gelingt!